man eine Eintagsfliege wäre. Und falls man sich täuscht, und man täuscht sich gewiss, ich meine, ...

Der Kopftext des Programmhefts 2011/2012

 

»Und wenn ich diesen Umstand nicht an der gehörigen Stelle erwähnt habe, so liegt das daran, dass man nicht alles an der gehörigen Stelle erwähnen kann, sondern zwischen Dingen, die es nicht verdienen, erwähnt zu werden, und solchen, die es noch weniger verdienen, wählen muss. Denn wollte man alles erwähnen, so würde man nie damit zu Ende kommen, und nur darum handelt es sich, zu Ende zu kommen, zu Ende zu kommen. O ich weiss, selbst wenn man sich damit begnügt, nur einige Umstände wirklich zu schildern, so wird man darum nicht eher damit zu Ende kommen, ich weiss, ich weiss. Aber man wechselt den Dreckhaufen. Und wenn alle Dreckhaufen sich gleichen, was nicht stimmt, so macht das nichts, es tut gut, den Dreckhaufen zu wechseln, sich von Zeit zu Zeit zu einem anderen Dreckhaufen zu begeben, darin umherzuflattern, als ob man eine Eintagsfliege wäre. Und falls man sich täuscht, und man täuscht sich gewiss, ich meine, indem man Dinge berichtet, die man besser verschwiegen hätte, und andere verschweigt – mit vollem Recht, wenn sie wollen, aber, wie soll ich sagen, ohne Grund, mit vollem Recht, aber ohne Grund –, wie etwa die Geschichte von diesem Neumond, so geschieht es oft genug im Glauben, im allerbesten Glauben.«

Balkentext: Samuel Beckett, Molloy, Suhrkamp 1975

 

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