verlangen wail erst diese in die nerfenwelt aindringen (dank irer fainhait) und dort ...

Jahresprogramm 2013/2014


1   Mikheil Shugliashvili: Grosse chromatische Fantasie für 3 Klaviere
    Donnerstag, 24. Oktober 2013, 20.00

2   Michael Vorfeld | Norbert Möslang
    Dienstag, 26. November 2013, 20.30

3   Zwei Tage Zeit – Festival für improvisierte Musik
    Freitag, 17. Januar 2014, und Samstag, 18.Januar 2014

4   John Tilbury & Keith Rowe | Giuseppe Ielasi & Enrico Malatesta
    Donnerstag, 6. März 2014, 20.30

5   SABRe – Sensor Augmented Bass Clarinet Research
    Donnerstag, 3. April 2014, 20.30

6   Aleph Gitarrenquartett
    Donnerstag, 26. Juni 2014, 20.30


1

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 20.00
Radiostudio Zürich, Brunnenhofstrasse 22, 8057 Zürich
www.srf.ch

Mikheil Shugliashvili: Grosse chromatische Fantasie für 3 Klaviere

Mikheil Shugliashvili: Grosse chromatische Fantasie (Symphonie), (1974/1976-78) 

Tamriko Kordzaia, Tamara Chitadze und Nuza Kasradze (Klaviere) 

Mikheil Shugliashvili, wegen seiner konstruktivistischen Herangehensweise von vielen als georgischer Xenakis empfunden, gilt dennoch als einer der verkanntesten Komponisten Georgiens. Sein Werk, zwischen 1960 und 1979 entstanden, reicht vom Klavier-Solo über Kammermusik bis hin zur grossen Orchesterbesetzung und kommt erst im Laufe der letzten Jahre vermehrt zur Wieder- oder teils sogar zur Erstaufführung, wie nun auch die Grosse chromatische Fantasie

Bis auf ein paar kurze Unterbrechungen mit durchgehend niedergedrücktem rechten Pedal gespielt, ist das Stück geprägt von regelrechten Klangschwärmen, die durch unterschiedliche Parametrisierung manchmal an Xenakis’ oder eher James Tenneys Klangmassenprozesse erinnern, dann aber doch auf ganz eigene Weise von Shugliashvili scharf strukturiert werden. 

Zwei verschiedene Angaben zur Datierung der Komposition – 1974 und 1976-78 – werfen die Frage auf, ob Shugliashvili die Idee zu der Komposition relativ lange mit sich rumgetragen hat und diese, zwei Jahre später erst, während ebenso langer Zeit umgesetzt hat. Einige Bemerkungen des Komponisten weisen auf den Versuch hin, das Werk aufzuführen, was – aus welchem Grund auch immer – gescheitert ist. So steht uns jetzt, 35 Jahre später, die langersehnte Erstaufführung dieses komplexen, in Schwärmen fliessenden und tief emotionalen Stückes von Mikheil Shugliashvili bevor.
Reso Kiknadze
 


Eine Koproduktion von Close Encounters – Festival für aktuelle Musik, Radio SRF 2 und ignm zürich. Mit freundlicher Unterstützung des Konservatoriums Winterthur. 



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2

Dienstag, 26. November 2013, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch, www.vorfeld.org, www.moeslang.com

Michael Vorfeld | Norbert Möslang

Glühlampenmusik
Michael Vorfeld:
Glühlampen und Elektronik

Capture
Norbert Möslang:
4 FL-Röhren und Adapter 

Der Berliner Musiker und bildende Künstler Michael Vorfeld bringt in seiner audiovisuellen Performance Glühlampenmusik Licht zum Klingen. Mit Hilfe unterschiedlicher Mikrophone und Tonabnehmer entlockt Vorfeld Glühlampen und verschiedenen Lichtreglern wie Schalter, Dimmer, Relais und Flasher fragile Klänge. Die Veränderung der Lichtintensität, das Glimmen der Glühfäden und die rhythmische Vielfalt der flackernden und pulsierenden Lichter werden in eine mikrokosmische und reichhaltige elektroakustische Klangwelt übersetzt. Es entsteht eine vielschichtige und feingliedrige Musik, die ihr visuelles Pendant im lebhaften Spiel von Licht und Schatten findet. Eine audiovisuelle Performance, die Ort und Raum unmittelbar ergreift und definiert.
Der St.Galler Musiker und Künstler Norbert Möslang arbeitet in Konzerten und Installationen mit elektrotechnischen Materialen, aus denen er Geräusche, Klänge und Rhythmen gewinnt. Capture war der Titel einer Licht- und Klanginstallation, die Möslang 2004 in Feldkirch (A) präsentierte und deren Geräusche er im Anschluss auf CD veröffentlichte. Unter dem gleichen Titel und mit vergleichbarer Ausrüstung – mind. 4 Fluoreszenz-Lampen, 4 Adapter, davon 2 Magnetspulen und 2 Infrarotempfänger – wird Möslang bei seinem Zürcher Konzert den Kunstraum Walcheturm zum flackern und knistern bringen.
Wenn auch die technischen Ausrüstungen von Vorfeld und Möslang vergleichbar sind, so erwarten die BesucherInnen zwei sehr unterschiedliche Welten aus Licht und Klang, angesiedelt irgendwo zwischen Konzert und Installation. 



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3

Freitag, 17. Januar 2014, und Samstag, 18.Januar 2014
Theater Rigiblick, Germaniastrasse 99, 8044 Zürich
www.theater-rigiblick.ch, www.zweitagezeit.ch

Zwei Tage Zeit – Festival für improvisierte Musik

Freitag, 17. Januar 2014
19.30 Olaf Rupp (Gitarre), GoetRoggeZ (Video, Projektion)
20.45 Shift mit Frank Gratkowski (Saxophon, Klarinette), Philip  

Zoubek (Klavier),
 Thomas Lehn (Analog-Synthesizer), Dieter  

Manderscheid (Kontrabass), Martin Blume (Schlagzeug)
22.00 Leimgruber-Phillips-Demierre mit Urs Leimgruber (Saxophon), Barre Phillips (Kontrabass), Jacques Demierre (Klavier)

Samstag, 18. Januar 2014
19.30 Fine Kwiatkowski (Tanz), Hans Tammen (Endangered Guitar)
20.45 Polwechsel mit Burkhard Beins (Perkussion), Martin Brandlmayr (Perkussion), Werner Dafeldecker (Kontrabass), Michael Moser (Violoncello)
22.00 Phantom Orchard mit Ikue Mori (Elektronik), Zeena Parkins (akustische und elektrische Harfen, Elektronik) 

Auch die mittlerweile fünfte Ausgabe des Festivals für improvisierte Musik Zwei Tage Zeit wartet zuverlässig mit einer exquisiten und überraschenden Auswahl an nationalen und internationalen MusikerInnen und Formationen auf. Mit Phantom Orchard, dem Duo von Ikue Mori und Zeena Parkins, sind zwei legendäre, seit den frühen 80er-Jahren aktive Musikerinnen der New Yorker Downtown-Szene mit im Boot. Auch mit Leimgruber-Phillips-Demierre, steht eine Formation der alten, aber sicher nicht veralteten, Garde am Start. Mindestens eine Generation jünger sind die Musiker von Shift und Polwechsel, allesamt wichtige Akteure in der jüngeren Geschichte der improvisierten Musik. Für Intermedialität schliesslich sorgen zwei Duos: Olaf Rupp und GoetRoggeZ (Musik/Video), sowie Fine Kwiatkowski und Hans Tammen (Tanz/Musik).
Für überraschende und bewegende Momente ist gesorgt. Drum gilt auch hinsichtlich der fünften Edition von Zwei Tage Zeit: Der Weg lohnt sich!
 


Eine Koproduktion des Musikpodiums der Stadt Zürich, der ignm zürich und der Werkstatt für improvisierte Musik (WIM) Zürich. 



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4

Donnerstag, 6. März 2014, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch, enricomalatesta.com

John Tilbury & Keith Rowe | Giuseppe Ielasi & Enrico Malatesta

John Tilbury: Piano
Keith Rowe: Gitarre, Elektronik

Giuseppe Ielasi: Elektronik
Enrico Malatesta: Perkussion 

Die beiden britischen Musiker John Tilbury und Keith Rowe gehören seit Jahrzehnten zu den zentralen Figuren der Europäischen Improvisationsszene. In der Improvisation wie in der Neuen Musik gleichsam zuhause, ist ihre Musik geprägt von radikaler Reduktion, von der Stille als musikalischem Material, vom Ausloten minimaler klangfarblicher Nuancen und von Erkundungen an der Grenze zum Stillstand. Seit ihren ersten gemeinsamen Auftritten 1980 in der britischen Gruppe AMM haben Tilbury und Rowe zu einer völlig eigenständigen musikalischen Sprache gefunden, in der John Cage und Morton Feldman genauso anklingen, wie sie Ausdruck einer improvisatorischen Haltung ist, in der Musik aus einem gemeinsam geteilten Jetzt entsteht.
Im Zusammenspiel von Perkussion und Elektronik entwickeln die beiden italienischen Musiker Giuseppe Ielasi und Enrico Malatesta komplexe, detailreiche polymetrische Strukturen. Der junge Perkussionist Enrico Malatesta hat sich in den vergangenen Jahren im Feld der improvisierten wie der Neuen Musik einen ausgezeichneten Namen verschafft. Giuseppe Ielasi prägt seit gut 20 Jahren die internationale Experimentalmusik-Szene als Musiker wie als Label-Betreiber entscheidend mit. In seinem Interesse an konkreten Klängen und deren Live-Verarbeitung kommt immer wieder ein starker Bezug zur Musique Concrète zum Ausdruck. So entstehen auch die dicht gewobenen perkussiven Texturen des Duos Ielasi/Malatesta aus der Überlagerung von originalen und reproduzierten (Instrumental-)klängen. 



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5

Donnerstag, 3. April 2014, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch, www.matthias-mueller.ch, www.icst.net

SABRe – Sensor Augmented Bass Clarinet Research

 


Alex Buess
SKUTO (2014), für SABRe
(Uraufführung)

Jacopo Baboni-Schilingi
New beginnings (2014), für SABRe und Live-Computer
(Uraufführung)

Marko Ciciliani
Time Machine (2012/13), für SABRe, Live-Elektronik und Live-Video
(Schweizer Erstaufführung)

Katharina Rosenberger
nodes (2011/2013), für SABRe
(Uraufführung)

Hans Tutschku
Interlaced 1 (2014), für SABRe und Elektronik
(Uraufführung) 

 

Matthias Müller: SABRe: Sensor Augmented Bass Clarinet 

 

Auf Anregung des Zürcher Klarinettisten Matthias Müller entwickelte das Institute for Computer Music and Sound Technology (ICST) der Zürcher Hochschule der Künste eine durch Sensortechnologie erweiterte Bassklarinette – die Sensor Augmented Bass Clarinet (SABRe). Diese lässt sich konventionell spielen und ist gleichzeitig ein hochsensibles Interface, mit dem sich per elektronischem Signal andere Klangerzeuger steuern lassen. Das Instrument hat keinen spezifischen Klang, bzw. klingt es wie eine herkömmliche Bassklarinette; durch die enge Verknüpfung mit der Elektronik eröffnet sich jedoch ein offenes Feld an klanglichen, koordinatorischen und kompositorischen Möglichkeiten.
Am Konzert der ignm zürich wird zum ersten Mal ein vollständiges Programm mit Werken für SABRe präsentiert. Katharina Rosenbergers Stück «nodes» war das erste, das für das Instrument geschrieben wurde. Sie komponierte es, als die SABRe noch nicht einmal voll funktionsfähig war. Am Konzert wird eine überarbeitete Fassung uraufgeführt werden. Marko Cicilianis «Time Machine» für SABRe und Video zeigt u.a. Möglichkeiten der Koordination des Instrumentes mit anderen Medien auf. Hans Tutschkus Werk entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Komponist und Interpret. Über längere Zeit wurden Ideen, Zwischenresultate und noch nicht restlos erforschte Möglichkeiten der SABRe aufeinander abgestimmt. Das Werk wird in Zürich uraufgeführt. Ebenso auch «Skuto» des Basler Komponisten Alex Buess. «Skuto» ist eine Auftragskomposition die von der ignm zürich finanziert wurde. 



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6

Donnerstag, 26. Juni 2014, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch, www.alephgitarrenquartett.de

Aleph Gitarrenquartett

Mathias Spahlinger: entfernte ergänzung (2012/13)
José María Sánchez Verdu: Hekkan III (2011)
Aurelio Edler: Neues Werk (2014)
Arturo Fuentes: TONIC (2012)
Manuel Hidalgo: [Kampftanz] (1999)
Georg Friedrich Haas: Quartett für vier Gitarren (2007) 

Aleph Gitarrenquartett (D):
Andrés Hernandez Alba
Tillmann Reinbeck
Wolfgang Sehringer
Christian Wernicke
 

4 Gitarren?! Wer dabei an eine südländisch-feurige Flamenco-Combo denkt, wird am Konzert des Aleph Gitarrenquartetts eines Anderen belehrt. Seit seiner Gründung im Jahr 1993 geht das Quartett gegen die hartnäckig sich haltenden Klischees der Gitarre als Begleitinstrument, oder eben, als durchaus attraktive guitarra flamenca, an und spielt Neue Musik für vier Gitarren. Neu ist diese Musik nicht zuletzt darum, weil zur gängigen Praxis des Aleph Gitarrenquartetts die Vergabe von Kompositionsaufträgen und die enge Zusammenarbeit mit Komponisten gehört. So leistet das Ensemble unter anderem einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung des zeitgenössischen Gitarren-Repertoires. Die Werke im Zürcher Konzert sind alle für das Aleph Gitarrenquartett geschrieben worden. Aurelio Edlers Stück kommt sogar erst kurz zuvor in Bilbao zur Uraufführung. Die Kompositionen zeugen nicht nur von der Neubestimmung des Gitarrenklangs, dem Herausschälen besonders spezifischer und oft raffinierter Spielweisen, sondern auch von der höchst individuellen Klangsprache unterschiedlichster Texturen, die sich im Spiel der vier Gitarristen entfalten.