zum Beispiel nie irgendetwas // Der Kuss der Sonne ist ein einziger und ...

Jahresprogramm 2022/2023


1   Charles Quevillon & Vivian Wang - Sonic Embodiments
Mittwoch, 14. September 2022, 20.30

2   John Cage - Sonatas and Interludes (1946-1948)
Donnerstag, 6. Oktober 2022, 20.30

3   Olga Kokcharova & Zainab Lascandri - Das Schallfeld
Sonntag, 11. Dezember 2022, 20.30

4   Alfred Zimmerlin & Jalalu-Kalvert Nelson - 365 Tage
Mittwoch, 29. März 2023, 20.30

5   Radigue / Schuppe / Walker - Occam Ocean
Mittwoch, 26. April 2023, 20.30

6   Erik Oña - Andere Stimmen
Samstag, 27. Mai 2023, 20.00



1

Mittwoch, 14. September 2022, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch

Charles Quevillon & Vivian Wang - Sonic Embodiments

Charles Quevillon: Le Refuge des Cordes (2019-2020)

Soloperformance mit sechs aufgehängten elektrischen Monochorden und Elektronik. Klangskulptur: Metall, Seil, LED-Leuchten, Gitarrentonabnehmer, Klavierdraht, Felsen und Holzspäne.

Vivian Wang: Neues Werk (2022)

Soloperformance für präparierte Objekte & Elektronik 

Der Abend stellt zwei unterschiedliche Ansätze von zwei einzigartigen Komponist:innen der experimentellen neuen Musikszene vor. Vivian Wang erforscht Klang innerhalb eines breiten Spektrums künstlerischer Praktiken an der Schnittstelle zwischen Soundscape-Komposition und Klangkunst.

Charles Quevillon ist ein Komponist, der im Stück Le Refuge des Cordes performative Elemente mit der klanglichen Materialität von Steinen erkundet. Beide Solowerke versprechen einen faszinierenden Einblick in zwei unterschiedliche und sich ergänzende Positionen der aktuellen neuen experimentellen Musik.


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2

Donnerstag, 6. Oktober 2022, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch

John Cage - Sonatas and Interludes (1946-1948)

John Cage: Sonatas and Interludes 

Yoko Sawa (präpariertes Klavier) 

Das präparierte Klavier ist erstmals Ende der 30er Jahre von John Cage angewendet worden im kurzen Stück Bacchanale. Zehn Jahre später schreibt er das umfangreiche, zwanzig Teile umfassende Werk Sonatas and Interludes ,das etwa siebzig Minuten dauert. Schrauben, Bolzen und Radiergummis werden an über der Hälfte aller Saiten des 88 Töne umfassenden Klaviers platziert. Diese Töne schillern, sirren und klirren wie ein noch nie gehörtes Schlagzeugensemble. Erstmals in der Musikgeschichte wird der Klavierklang durch Objekte verändert und in ein reiches Klang- und Geräuschuniversum verwandelt.

Hintergrund der Komposition ist die Beschäftigung Cages mit der indischen Musiktradition, in der unterschiedliche Emotionen eine zentrale Rolle spielen. Die formale Anlage basiert auf Wiederholungen der einzelnen Teile, meist in der Anordnung AABB, unterbrochen von den Interludien. Auf diese Weise entsteht eine statische und in sich selber kreisende Musik in wechselnden Proportionen. Sonatas and Interludes ist ein Meisterwerk der frühen Phase von John Cage, das einige Jahre vor seinem radikalen Konzeptstück 4'33'' und den elaborierten Werken mit den gewürfelten Arbeiten entstanden ist.

Die aus Japan stammende und in Zürich lebende Pianistin Yoko Sawa spielt dieses berühmte, aber selten gespielte Werk, integral auf dem von ihr eigens präparierten Instrument.


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3

Sonntag, 11. Dezember 2022, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch

Olga Kokcharova & Zainab Lascandri - Das Schallfeld

Zainab Lascandri: Solo Werk für Stimme & Elektronik (UA, 2022)

Olga Kokcharova: Solo Werk für Field Recordings (UA, 2022) 

Das Programm bietet die Gelegenheit, in zwei aussergewöhnliche Positionen der aktuellen abenteuerlichen Kunstszene einzutauchen.

Olga Kokcharova lädt das Publikum ein, sich auf ihre subtilen Klanglandschaften aus Feldaufnahmen einzulassen, die nicht-menschliche Stimmen in immersiven Kompositionen dokumentieren.

Die Hälfte des Zürcher Duos None of Them, die Komponistin und Performerin Zainab Lascandri, wird eine eigens entwickelte Solo-Performance für Stimme und Elektronik vorführen, in der sie transdisziplinäre klangliche Experimente in den Mittelpunkt ihres künstlerischen Prozesses stellt. Das Ergebnis ist eine dichte Struktur aus abstrakten Schichten, die die Materialität von Stimme und Elektronik erforschen.


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4

Mittwoch, 29. März 2023, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch

Alfred Zimmerlin & Jalalu-Kalvert Nelson - 365 Tage

Alfred Zimmerlin: Jeder Augenblick Anfang und Ende (2006-08, 2012)

Martin Lorenz (Marimbaphon)



Jalalu-Kalvert Nelson:
String Quartet no 2 «Speakings» (2019)
Prelude No 6 for solo cello (2021)
VARIANTS for solo violin (2019)

Gespielt von GROW Streichquartett:
William Overcash (Violine), Mishi Stern (Violine), Nefeli Galani (Viola), Nathan Watts (Violoncello) 

Mit Alfred Zimmerlins Werk haben wir gleichsam einen philosophischen Ansatz im ignm-Programm mit seiner Beschäftigung mit der Wahrnehmung von Anfang und Ende einer Komposition. Die Dreiviertelstunden dauernde Musik für Marimba solo ist kreisförmig angelegt und durchläuft zyklisch die 365 Tage des Jahres. Es kommt also darauf an, welcher Tag für das Konzert gewählt wird. Auf diese Weise variiert diese Musik täglich und verändert den Lauf ihrer Dramaturgie. Interpretiert wird dieser Zyklus vom bekannten Schlagzeuger Martin Lorenz.

Im zweiten Teil des Abends wird eine Auswahl von Werken des Komponisten Jalalu-Kalvert Nelson durch das GROW Streichquartett aus Frankfurt aufgeführt. Nelsons Musik schöpft aus seinen musikalischen Studien bei Iannis Xenakis und verfolgt einen sehr persönlichen Weg an der Schnittstelle von Tradition und Avantgarde und der Vielfalt der afroamerikanischen klassischen Musik.


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5

Mittwoch, 26. April 2023, 20.30
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
www.walcheturm.ch

Radigue / Schuppe / Walker - Occam Ocean

Marianne Schuppe / Deborah Walker: Neues Stück für Stimme und Violoncello (UA)

Eliane Radigue: Occam Ocean XXIX für Stimme und Violoncello (UA) 

Marianne Schuppe (Stimme), Deborah Walker (Violoncello) 

Marianne Schuppe ist bekannt durch ihre Interpretationen unter anderen von Morton Feldman und Giacinto Scelsi. Heute geht sie mit Deborah Walker neue Wege, die beiden arbeiten gemeinsam an neuen Stücken in einem permanenten Austausch.

Eliane Radigue, Elektronik-Pionierin der langen Wellen und langdauernden Werken, ist erst seit kurzem wieder im Fokus. Im umfangreichen Zyklus Occam Ocean komponiert sie erstmals für Frauenstimme und Violoncello ohne Elektronik und ohne Verstärkung. Wir erwarten feine mikrotonale Klangmischungen zwischen der Stimme und dem Streichinstrument. Der Abend ist ein Resultat der Zusammenarbeit dreier Frauen aus drei Generationen.


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6

Samstag, 27. Mai 2023, 20.00
Zürcher Hochschule der Künste, Pfingstweidstrasse 96, 8005 Zürich
Konzertsaal 3
www.zhdk.ch

Erik Oña - Andere Stimmen

Das Gold des Rheins für Violoncello, Klavier und Video (2012)

Euler Sonaten für 3 Violoncelli und Computer (2001)

Jodeln für Klavier zu 4 Händen (1996)

Study for Player Piano Nr. 4, Nr. 6, Nr. 18 (C. Nancarrow/ Erik Oña) für Klavier zu 4 Händen (1998)

Andere Stimmen für Klavier zu 6 Händen (2003/2004) 

Karolina Öhman, Ellen Fallowfield, Lisa Hofer (Cello), Helena Bugallo, Amy Williams, Tamriko Kordzaia (Klavier), Cédric Spindler (Elektronik) 

Auf den ersten Blick erscheint der kompositorische Nachlass des argentinischen Komponisten nicht allzu gross. Doch wer seine Musik hört, merkt schnell: Dieser Schein trügt! Seine Kompositionen sind so faszinierend vielseitig und von Grund auf verschieden, als wären mehrere Komponisten am Werk gewesen. Aus dieser Perspektive ist seine Musik gewaltig. Jedes Stück erschafft eine eigene Klangwelt, ist komplex und dennoch einfach, voller Extreme und dennoch von berührender Schönheit.

ignm zürich präsentiert mit diesem Konzert ein Porträt von Erik Oña. Interpretiert werden seine Kompositionen von Musiker:innen, die ihm in seiner leider sehr kurzen Lebenszeit verbunden waren und intensiv mit ihm zusammengearbeitet haben. Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Konzertreihe Generator des ICST -Institute for Computer Music and Sound Technology Zürich.

Freier Eintritt für Angehörige der ZHdK.